Mainstream

28 10 2007

Gerade lese ich diesen sehr schönen Eintrag von Wortteufel, falle ich doch schon wieder in Gedanken…

In dem Artikel ging es unter Anderem um Mainstream und das es eigentlich ein unschönes Wort ist.

Hmm, da denk ich mir grad, es gibt so einige Wörter/Begrifflichkeiten die mir in diesem Zusammenhang nicht gefallen. Sowohl die Großen Kategorien Konventionell (Mainstream, Breite Masse, …) und Unkonventionell (rebellisch, ausgrenzend, Randgruppe, …), als auch die vielen spezielleren Bezeichnungen aus den Verschiedensten Bereichen, meist aus dem musikalischen Bereich, sind unschön.

Persönlich empfinde ich beispielsweise das Wort Nerd als schlichtweg hässlich. Geek ist ein bisschen hübscher, aber noch weit weg von einem positivem Sinneseindruck ( sorry Phil ;-), das hat ja nix mit dir zu tun). Und ich kanns auch nicht leiden ständig so kategorisch zu denken.

Sehr amüsant sind da immer die Gesichter von Mitmenschen die mich noch nicht so lange kennen. Denn auf den ersten Blick bin ich Goth. Punkt. Aber dieser Satz sagt doch schon aus „auf den ersten Blick“. Was mehr als meinen Kleidungsstil kann man denn da schon erkennen. Aber natürlich wird davon der gesamte Lebensstil abgeleitet. Genau was war nochmal so amüsant? Ja genau, wenn so manches Weltbild zerstört wird, während man mich in strahlend weißen Klamotten und hellblauer Sonnenbrille antänzeln sieht 🙂 Kleidung hat eben was mit Ästhetik und nicht mit Kategorien zu tun.

Genau das Gleiche bei Musik. Klar, zu guten 70% steht Metal auf dem Plan (hauptsächlich Black, Death, Progressive und Power), aber 70% ist eben nicht alles. Warum auch zwangsweise kategorisch, und damit unkrittisch, alles abweisen ganz nach dem Motto:

Was der Bauer net kennt, des frisst er net.

Irgendwie sind doch die meisten kategorisierenden Begriffe blöd. Meiner Meinung nach, ist es entscheidend, ob man etwas mag (oder nicht) einfach „Weil es Mainstream ist“, oder nicht. Oder, ob man etwas mag (oder nicht) und sich danach die Frage stellt bzw. unwillkürlich feststellt, welchen Verbreitungsgrad es hat.

Das Unterscheidet den Mitläufer von Individualisten.

Die einzigen beiden Kategorien, die es in meinem Weltbild gibt!

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7 responses

28 10 2007
schnien12

Mmh da hast du Nagel auf den Kopf getroffen!!! Was dein Beispiel mit der Kleidung angeht…mir geht es da ähnlich. Niemand, der mich nicht richtig kennt, würde auf die Idee kommen, dass ich neben Rock, Gothik, Alternative auch Klassik und Opern höre…Am besten war einmal eine Freundin von mir. Sie erzählte von einem neuen Liebesfilm, schaute mich an und sagte: Na dich interessieren ja solche Filme nicht…ist ja nicht gruslig oder mit Raumschiffen (was für ein Ausdruck!) Als ich ihr dann mal eben meine Liste an Liebesfilmen, die ich bestitze vorbetete, wurde sie irgendwie bleich im Gesicht! 😀
Die meisten kannte sie nicht einmal!!! Tja, pech gehabt

28 10 2007
Sabrina

Ich finde es auch sehr albern zu sagen: Igitt, das mögen ja alle, das werde ich NIE tun/lesen/ansehen/etc. Ich geb zu, das hab ich auch ne zeitlang gemacht, aber letztlich hat mich immer irgendwer davon überzeugt das doch zu tun/zu lesen/anzusehen/etc. und nie hab ichs bereut.

28 10 2007
wortteufel

Besonders schön ist, wenn man dahin kommt, sich nicht mehr von irgendwem überzeugen lassen zu müssen, sondern es selbstverständlich ist, es von allein zu tun 😉

28 10 2007
zeroterm

denke das wollte uns Sabrina damit sagen 😉

29 10 2007
Sabrina

Hm, nö! Eigentlich finde ich es ganz gut, erst überzeugt werden zu müssen, weil sonst käme ich ja vor lauter „Oh, das muss ich ausprobieren.“ zu gar nix mehr…

29 10 2007
zeroterm

hmm, ok. dann falsch verstanden 🙂

aber dann bekommst du doch nur Sachen mit, die auch Andere gut finden, oder?

30 10 2007
Sabrina

Nö, bei Dingen, die mich sowieso interessieren, brauch ich ja niemanden, der mich davon überzeugt, dass das toll ist.




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